BIOGRAPHIE..............SHOULDERED STREETLIGHT..............KONTAKT...............ARBEITEN ...............WORKSHOPS

.....

 

 

I DON`T HAVE A GUN

LEGE DICH

KIDDYRIDEFUN

HOUSE OF WIND

ABSEITE

Er macht seine Engel

PLASTIKTÜTENMANN

WALDBAUSTELLE

mycobacterium vaccae

Ein Schiff wird kommen

MISTER PARTY

MAIS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.

 

 

 

 

Wort/Lichtinstallation, Schöppinger Berg, 2005

Aluminium, Lack, Glas, Neon, Kunststoffe, Stahl, Beton, Kabel.

1600 x 1265 x 350 cm

Im Rahemn der Skulptur Biennale Münsterland 2005

 

 

 

 

 

Ein fest installiertes und weithin sichtbares Werk ist "Er macht seine Engel zu Winden" von Jan Philip Scheibe. Es bezieht sich auf den Psalm 104 Die Herrlichkeit der Schöpfung, wo es in Vers 4 heißt: „Zu deinen Boten bestellst du die Winde, zu deinen Dienern das zündende Feuer“. Angesprochen sind zwei unsichtbare Bezüge: Engel und Winde. Den vor dem Windrad aufgestellten monumentalen Schriftzug kann man für eine Weile zum Leuchten bringen. Dieser benachbarte Pfeiler oder Turm hat wie viele andere längst alle normalen Kirchturmhöhen in den Schatten gestellt, und es ist bekannt, dass die markant gelegenen Windräder und – Parks der Landschaft und vielen Naturfreunden schwer zu schaffen machen. Wir wissen immer noch nicht, wie Engel wirklich aussehen, aber Bilder seit dem Mittelalter wie jene von Konrad von Soest zeigen sie immer schwebend mit wehenden Gewändern, also durch ihre Bewegung leichten Winden ausgesetzt. Der gewachsene Engelglaube muss freilich noch vom Windradglauben der Gegenwart eingeholt werden. Immer wieder wird bei den Engeln in Geschichte und Jetztzeit, in Überlieferungen und Legenden vom Fliegen und Wehen, vom Erscheinen und Leuchten berichtet. Diese noch vielen vertraute Vorstellung kann auch das lang tradierte und bis heute bewahrte Bild vom Schutzengel ins Gedächtnis zurückrufen. Eine entsprechende in der Nähe stehende Skulptur- ein Engel geleitet und schützt Kinder- wird mit der Leuchtschrift in Beziehung gebracht. Das Werk wird sicherlich ob seiner heterogenen, fast einhundert Jahre auseinander liegenden Teile und angesichts der Signalwirkung einer wie Werbung wirkenden spirituellen Beschriftung diskutiert und hinterfragt werden. Hier spricht die Kunst zusätzlich auf effektive Weise: Obwohl man es auf dem Boden nicht direkt spürt, macht ein sich auch nur leicht bewegendes Windrad die Höhenwinde sichtbar. Vielleicht setzt die geistreiche Arbeit in den Betrachtern Ahnungen und Erinnerungen an ein verlorenes Engelbild in Gange und befreit so persönliche Geschichten aus dem Verborgenen.

Frank Günther Zehnder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.