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HOUSE OF WIND

Storchenwiese Burgwedel 2016

steel, plastics 550 x 550 x 270 cm

 

im Rahmen der INTRAREGIONALE
Landschaftskunst in der Region Hannover

 

 

 

 

 

Auf der freien Wiese am Burgwedeler Mühlenbruchdamm/Ecke Storchenwiese wird ein Rahmen aus Doppel T-Trägern (I Träger, HEB 100, Oberfläche Rost) installiert. An den waagerechten Streben werden umlaufend bunte Streifenvorhänge angebracht.

Das Rauschen

Das Rauschen der nahen A7 vermischt sich mit dem Rauschen der Blätter und Zweige der mächtigen Weiden. Manchmal rauscht ein Zug auf der Strecke HH-H vorbei und komplettiert den Soundscape. Das nahe Neubaugebiet ist schon nicht mehr so neu, die Bäume in den angelegten Gärten schon dreißig oder fünfunddreißig Jahre alt. Die Kinder der Neubaugeneration aus dem Haus. Vielleicht kommen einige bald mit der Enkelgeneration zurück, die Mieten in den großen Städten für Familien nicht mehr bezahlbar. Dann gibt es wieder Versteckspiel und Völkerball auf den Straßen. Aber nicht zu nah an den Bahndamm, so die Warnungen der Großeltern.

Die Storchenwiese

Die Bauarbeiten zur Erschließung der Wiese am Pötterteich sollen noch diesen Sommer beginnen. Aktueller Wohnbedarf ist also auch hier vorhanden. Verdichtung der Landschaft. Erst hinter dem Bahndamm beginnt dann die große Ferne der norddeutscher Kulturlandschaft. Dahinter liegt Hamburg mit Hafen und der Welt. Autobahn und Bahnstrecken waren ja schon immer Sehnsuchtsorte der Transition. Die Baumgruppe in der Mitte und das Binsengras im versumpften hinterem Teil komplettiert das ideale Bild einer Wiese. Vielleicht dreimal in guten Jahren kommter der Bauer zum Heuschnitt. Ansonsten bietet die Wiese ein gelungene Kulisse für Spaziergänge mit dem Hund. Während der Heumahd, dem ersten Heuschnitt im Frühsommer wird dieses Jahr auf der Wiese dem Sommerwind ein Denkmal gesetzt. Das „House of Wind“ macht durch die Streifen der bunten Vorhänge die Richtung und Intensität des Windes sichtbar.

Der Sommerwind

Die bunten Streifenvorhänge aus PVC oder PE Folie werden noch verkauft. In den 70er Jahren waren sie fast allgegenwärtig. An der thermopendoppelverglasten Tür des Neubaus aus Stahlbeton waren sie häufig ebenso angebracht wie an windschiefen Türen unrenovierter Bauernhäuschen. Dazu sang Peggy March im schrebbeligen Transitorradio. Ich kann mich an das Gefühl auf der Haut beim Durchgehen erinnern und an das Rascheln und das Aufbäumen der Streifen im lauen Sommerwind. Zu diesen Sommererinnerungsbildern gehört das Eis, das damals noch aus direkt aus Kühltruhen privater Häuser an die Kinder der Nachbarschaft verkauft wurde. Oder der Himbeersirup in viel zu hoher Konzentration. Die Intensität des Duftes der Sommerlandschaft, die Blumen und Schmetterlinge, die abstrahlende Wärme des Bodens noch bis tief in die Nacht. Und dazu sang der Sommerwind. Das Rahmengerüst aus oberflächenrostigen massiven Doppel T-Trägern wirkt auf der freien Wiese wie der verlassener Rest eines Behelfsbaues. Vielleicht wie die Ruine einer Ackerscheune einer bäuerlichen Landwirtschaft. Durch das Anbringen der Streifenvorhänge, deren Bewegungen im Wind, den vielfältigen Farben im Spiel mit den Sonnenstrahlen bekommt die schwere Konstruktion eine leichte, fast schon schwebende Anmutung. Ich mag diesen Kontrast. Das „House of Wind“ bleibt unmöbliert. Vielleicht baut sich irgendwer eine kleine Bank.

 

 

 

 

 

 

 

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